Für die Einrichtung Ihres Terrariums, müssen folgende Grundsätze unbedingt befolgt werden:

Das Terrarium sollte sowohl feuchte als auch trockene Bereiche aufweisen. Dekoration wie Fels- oder Holzaufbauten etc. müssen so beschaffen sein, dass es Ihrem Pflegling nicht gelingt, diese zu untergraben und so zusammenfallende Aufbauten  ihn erschlagen können. Genauso dürfen keine scharfkantigen oder spitze Einrichtungsgegenstände (Steine, Kakteen und andere Sukkulenten) in das Terrarium eingebracht werden. Kondenswasser an der Innenseite des Terrariums bewirkt durch die fehlende Adhäsion, dass kletternde Tiere abrutschen und immer wieder zu Boden fallen. Durch Anbringen von Rück- und Seitenwänden aus Naturkork, einer guten Belüftung wird diese Gefahr schnell beseitigt. Die Einrichtung sollte aus natürlichen Materialien bestehen. Korkprodukte wie aus Baumärkten enthalten für Spinnen oft giftige Imprägniermittel und Bindemittel. Auch bei Blumenerde ist Vorsicht geboten. Stark gedüngte Blumenerde neigt durch Zugabe von organischen Düngern schnell zur Schimmelbildung. Sollten Zierpflanzen verwendet werden, gehören diese unbedingt mehrmals innerhalb von 14 Tagen geduscht. Frische Zierpflanzen sind oft mit Insektiziden behandelt, was absolut tödlich für diese ist.

Der Bodengrund muss immer gut angedrückt sein. Bodenbewohnende Arten mögen es nicht so sehr, wenn ihre Gliedmaßen im Substrat versinken. Trinkgefäße müssen so ausgestattet sein, dass Futterinsekten auch die Möglichkeit haben, diese wieder unbeschadet zu verlassen. Hier genügt meist schon ein Stein oder hineinragender Ast. Je größer und schöner ein Terrarium eingerichtet wird, desto weniger sieht man von seinem Schützling. Auch besteht die Gefahr, dass versteckt lebende Futtertiere nicht schnell genug gefunden und gefressen werden, was bei  häutenden Tieren schnell tödlich enden kann. Diese Aspekte dürfen bei der Spinnenpflege auf keinen Fall vernachlässigt werden.

Unter Terrarienbedingungen sind Tiere von den ihnen gebotenen Umweltfaktoren abhängig und können sich diesen nicht entziehen.


Einrichtung der Terrarien

Das Wohlbefinden der Tiere hängt maßgeblich von der Terrarieneinrichtung ab. Meist reichen schon kleine Unstimmigkeiten, die Spinnen dazu veranlassen, stundenlang im Terrarium  umherzukrabbeln. Oft versuchen sie mit ihren Chelizeren am Lüftungsgitter nach einen Ausweg zu suchen. Ganz schnell brechen hierbei die Chelizeren ab und das Tier, steht es nicht kurz vor einer Häutung, ist unweigerlich dem Hungertod geweiht. Die Palette der Einrichtungsmöglichkeiten für Vogelspinnenterrarien ist sehr groß. Von Steppenterrarien für Tiere aus trockenen Gebieten bis hin zu großzügigen Paludarien mit üppigen tropischen Pflanzenwuchs ist hier alles möglich und machbar.

Terrarium für bodenbewohnende Arten: Das Standartterrarium sollte die Maße 30x30x20 cm nicht unterschreiten. Hier lassen sich kleine bis mittelgroße Arten sehr gut halten und auch nachzüchten. Vogelspinnenarten ab einer Größe von 7 cm KL , brauchen besonders zur Zucht etwas größere Terrarien. Zwar gelingen eine tiergerechte Haltung und Nachzucht auch in kleineren Behältern, doch haben sich größere auch aus praktischen Gründen als sinnvoller herausgestellt. Der Bodengrund sollte mindestens 10 cm hoch eingebracht und gut angedrückt werden. Geradezu ideal erweist sich zur Zucht eine Erde, die einen etwas höheren Lehmanteil hat. Auch lassen sich so stark grabende Arten hervorragend halten und es besteht keine Gefahr durch Einstürze. Eine Bepflanzung in Terrarien unter 40 cm Kantenlänge lohnt kaum, da die Tiere diese durch Umbauarbeiten meist herrausreißen oder verschütten. Ein eingegrabener Baumstumpf oder Korkrinde runden mit einem nicht allzu leichten Trinkgefäß die spartanische Einrichtung ab. Die Tiere bauen dann ihren Unterschlupf meist von selbst.

Terrarium für baumbewohnende Arten: Terrarien dieser Variante lassen sich besonders schön einrichten. Da diese kaum auf den Bodengrund kommen, bietet hier das Substrat eine Menge an Materialien an. Sehr gut eignet sich hier Torf mit einer Lage Moos darüber. Verzweigte Kletteräste sowie Rück- und Seitenwände sind für solche Arten besonders wichtig. Eingebrachte Pflanzen werden kaum beschädigt und schaffen ein angenehmeres Klima. Allerdings müssen diese öfters gewartet werden, auch eine Beleuchtung durch eine Leuchtstoffröhre ist dann unerlässlich.

Terrarium für unterirdisch lebende Arten: Als einfachste Terrarien für diese Tiere eignen sich Aquarien mit den passenden Deckel. Diese füllt man dann bis zu zwei Drittel mit Maulwurfs- oder Lehmerde. Dieses genügt dann schon den Tieren aus dieser Kategorie. Für eine bessere Beobachtung sticht man eine Röhre vor oder gräbt eine halbierte Korkröhre ein, sodass nur noch der obere Teil  herausragt. Die Seitenscheibe wird dann verdunkelt mit einem Stück Papier oder Folie. Diese kann für die Zeit der Beobachtung entfernt werden. Auch hier ist ein Trinkgefäß unerlässlich.


Regelmäßige Arbeiten

Für einzelne Vogelspinnen ist erstaunlich wenig Pflegeaufwand notwendig. Mit ca. 30 Minuten pro Woche und Tier sind sie weit anspruchsloser als alle anderen Terrarientiere. Neben den täglichen Sichtkontrollen reinigt man alle 2 Tage die Wasserbehälter und füllt sie mit frischem Wasser auf. Bei Arten, die aus feucht - tropischen Gebieten stammen, überprüft man den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens und wässert gegebenenfalls durch Gießen nach. Wöchentlich säubert man die Sichtscheiben und befreit sie von Spinnfäden und Kotresten. Hierfür dürfen keine Reinigungs- oder Lösungsmittel verwendet werden. Warmes, sauberes Wasser ist dazu völlig ausreichend. Futterreste werden von den Tieren meist an einer bestimmten Stelle abgelegt. Hier sind sie mit einer Pinzette sofort zu entfernen, da diese Reste Parasiten wie Buckelfliegen, die man sich leider ganz leicht mit gekauften Futtertieren einschleppt, magisch anziehen. Häutungsreste müssen ebenso beseitigt werden. Spätestens nach einem Jahr wird das gesamte Terrarium gereinigt. Dazu entleert man es vollständig und reinigt es wie schon erwähnt, mit warmen, klaren Wasser. Bei Arten mit wirksamen Brennhaaren sprüht man das Terrarium kräftig ein, dieses bindet die Haare, die sonst unweigerlich aufwirbeln. Schutzhandschuhe sind hierfür ebenso sehr hilfreich. Anschließend füllt man das Terrarium wieder mit frischen Bodengrund auf. Vorhandene Dekoration wird ebenso gereinigt oder ausgetauscht. 


Fütterung

Bei der Fütterung kommt es zunächst nicht unbedingt auf eine abwechslungsreiche Kost an. Viel wichtiger ist es zu wissen, wann, wie oft, wie viel und wie man füttern sollte. Schlecht ernährte Tiere wachsen langsam, häuten sich schlecht und an eine Eiablage ist erst recht nicht zu denken. Des weiteren bleiben schlecht genährte Männchen erheblich in ihrer Größe zurück und sind somit kaum in der Lage, ihre Weibchen erfolgreich zu begatten. Jungen Spinnen bietet man alle 3-4 Tage Futter an, entsprechend ihrer Größe Drosophila oder Mikroheimchen. Wenn sie dann eine Größe von 2 cm KL erreicht haben, überwältigen sie ohne Probleme große Heimchen. Erwachsenen Tieren bietet man wöchentlich Futter an. Um zu vermeiden, dass unnötig Futtertiere im Terrarium herumlaufen, testet man erst mit einem Heimchen, ob sie Hunger hat. Nimmt sie das Futter an, kann man weitere Futtertiere hineingeben. Insekten stellen den größten Teil in ihrer Ernährung. In den letzten Jahren ist die Palette an Futtertieren in der Terraristik  erheblich reichhaltiger geworden. Mehlwürmer haben fast ausgedient und an deren Stelle sind qualitativ bessere Insekten, wie Grillen, Großschaben und Heuschrecken getreten. Nest- bis mittelgroße Mäuse sollten nur Exemplaren gereicht werden, die solches Futter auch sofort annehmen, um diesen unnötiges Verweilen im Terrarium zu ersparen.


Häufige Fehler bei der Spinnenpflege


Die Pflege von Vogelspinnen erfordert von ihren Besitzern ein wenig Lernfähigkeit und Fingerspitzengefühl. Nicht anders wie bei allem, muss man dieses erst erwerben. Ständig (Tag & Nacht) umherlaufende Spinnen fühlen sich in ihren Behältnis nicht wohl, wobei man den Tieren oft helfen kann, indem man sie in ein anderes Behältnis umsetzt.

Temperatur:  Obwohl Vogelspinnen aus tropischen bis subtropischen Gebieten stammen, halten viele ihre Tiere bei zu hohen Temperaturen. Im Biotop ziehen sich die Tiere bei zu hohen Temperaturen in ein kühles Versteck zurück. Messungen in Verstecken verschiedener Arten ergaben fast immer Temperaturen um 25°C, auch wenn an der Oberfläche mitunter 40°C gemessen wurden. Arten aus kühlen Bergwäldern oder aus südlichen Ländern wie Argentinien benötigen mitunter ganzjährig oder jahreszeitlich gegeben niedrige Temperaturen. Viele halten eine Diapause von mehreren Wochen, wobei Temperaturen von 15°C bis nahe des Gefrierpunktes herrschen können. Viele Arten benötigen diese jährlichen Diapausen, um sich erfolgreich reproduzieren zu können. Die meisten gepflegten Arten benötigen aber Pflegetemperaturen zwischen 25 - 28°C. Baumbewohnende Arten mögen es allerdings etwas wärmer (<30°C ). Zulange anhaltende hohe Temperaturen führen zu einer extremen Aktivität der Tiere, wobei sie sich verausgaben und letztendlich an Erschöpfung sterben können. Bei Tieren, die zu kalt gehalten werden, passiert es, dass die notwendigen Häutungen zu lange hinausgezögert werden. Typische Anzeichen hierfür sind ein apathisches Verhalten der Tiere. Ein starkes Verblassen der Färbung tritt ein und auch ein Pilzbefall kann auftreten. Heizkabel und Matten dürfen niemals unter dem Behälter platziert werden. Wenn man schon auf solche Hilfsmittel zurückgreift, sollte man dies höchstens an der Hinter- oder den Seitenscheibe montieren. Geeigneter sind Wärmequellen, die von oben angebracht werden, wie Strahler und Leuchtstofflampen.             

Feuchtigkeit: Man unterscheidet immer zwischen Substrat - und Luftfeuchtigkeit. In kleinen Behältern ergibt sich bei hoher Substratfeuchte eine hohe Luftfeuchtigkeit. In einem solchen Fall muss hier auch nicht zusätzlich gewässert werden. In Behältern, die zu nass gehalten werden, entsteht jedoch sehr schnell Staunässe, was bodenbewohnende Arten nicht so mögen und so aus ihrem Unterschlupf vertrieben werden. Im Gegenzug führt zu geringe Luftfeuchtigkeit dazu, dass Häutungen hinausgezögert werden, Störungen während der Häutung auftreten sowie Tiere sich nicht vollständig von der alten Haut befreien können.

Völlig unsinnig ist es, seinem Pflegling regelmäßig Auslauf geben zu wollen. Abgesehen von den Gefahren müssen sich die Tiere immer wieder neu eingewöhnen. Natürliches Verhalten wird hierdurch beeinträchtigt, was unweigerlich  eine Schädigung der Tiere mit sich bringt.